In unzähligen Supervisionsstunden, die ich als Lernender während meiner Weiterbildungen und auch heute noch wahrgenommen habe, profitierte und profitiere ich vom Dialog mit meinen Supervisorinnen und Supervisoren. Ich empfinde es überaus hilfreich, mich mit meinen Fachfragen an einen „realen Menschen“ wenden zu können.

Als Supervisor gebe ich das, was ich in meinen eigenen Supervisionen erfahren habe, an meine Supervisanden weiter – in einem sehr persönlichen Austausch, der teils über Jahre hinweg die Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen begleitet.

Die persönliche Supervision ist durch Supervision online nicht zu ersetzen

Und doch habe ich in den vergangenen Monaten begonnen, mich intensiv damit zu beschäftigen, ob und in welcher Weise sich Supervision online anbieten lässt.

Anlass dazu war die Anregung einer Supervisandin. Sie arbeitet als Psychotherapeutin und fragte mich, ob ich ihr eine Quelle im Internet nennen könnte, wo sie in der Praxis rasch einmal etwas nachschlagen könnte. Die Google-Suchergebnisse seien häufig unzuverlässig, und sie stelle sich eher eine Quelle vor, auf die sie sich verlassen könnte, weil sie wüsste, von wem die Informationen kommen, oder wer ihr die Quelle empfohlen habe.

Da ich aus meinen eigenen Recherchen weiss, von welchem Problem sie spricht, und neben meiner psychotherapeutischen Praxis auch als Webmaster und als Berater für Medienkompetenz arbeite, entschied ich mich, ein solches Projekt einmal auszuprobieren, und mich in die Materie zu vertiefen.

Herausgekommen ist ein Online-Tool, mit dem ich meine Supervisanden bei ihrer Arbeit unterstützen möchte, und das ich auch anderen Psychotherapeuten zur Verfügung stellen möchte, die neugierig genug sind, um sich damit zu befassen und auszuprobieren, ob es ihnen hilft.

Wozu kann ein Online-Supervisions-Tool nützlich sein?

Aus meiner Sicht kann ein solches Tool wie oben geschrieben eine persönliche Supervision nicht ersetzen, sie aber ergänzen.

  • Oft werde ich in einer Supervision nach etwas gefragt, das ich bereits in Seminaren oder anderen Supervisionen ausführlich erklärt habe. Ich kann in diesem Fall auf die entsprechende Seite verweisen, und wir können uns in der persönlichen Supervision weitgehend auf das Geschehen im Kontakt des Therapeuten mit seinem Patienten konzentrieren.
  • Wie gerne nutze ich selbst oft praktische Arbeitshilfen, die mir zwischendurch zur Verfügung stehen, etwa Textbausteine beim Schreiben von Anträgen, oder Notizen aus Supervisionen, Tipps und Tricks für Abrechnungen mit Kassen, die ich mir aus meiner Arbeit als Leiter einer Ausbildungsambulanz angeeignet habe.
  • Wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe, lese ich auch gerne einmal in Fachliteratur und Beiträgen von Journalen, weil darin gar nicht so selten Anregungen für meine tägliche Praxis zu finden sind. Immer häufiger mache ich das auch online, auf meinem iPad oder meinem Notebook.

Jetzt habe ich mich als Erstes an die Arbeit gemacht, um einmal über eine Wissensdatenbank zu beginnen, nach und nach Fragen von Supervisanden aus vielen Jahren Supervision aufzunehmen und noch einmal schriftlich zu beantworten.

Sechs Rubriken spiegeln den Praxisalltag eines Psychotherapeuten wider

Auf der Suche nach einer guten inhaltlichen Struktur bin ich auf die Idee gekommen, die Fragen nach „Stationen“ im psychotherapeutischen Alltag zu gruppieren. Von der Gründung der Praxis, dem Gewinnen neuer Patienten, über den Beginn einer Behandlung, das Bewältigen schwieriger Behandlungsphasen bis zum „guten Ende“ einer Psychotherapie und dem allgemeinen Praxis-Management.

Und schließlich geht es in Supervisionen immer wieder auch um hilfreiche Konzepte, mit denen wir arbeiten wie mit guten Werkzeugen, deren Benutzung aber auch gelernt werden will.

Fragen stellen – live und persönlich

Rasch wurde mir jedoch auch klar, dass es ein besonderer Reiz sein würde, auch „frischen Fragen“ zu antworten.

Dazu gibt es ein Werkzeug, über das Sie Fragen auf meiner Webseite stellen können, und ich beantworte sie entweder in Form einer Email, wenn es sich um eine sehr persönliche Frage handelt, oder in Form einer Antwort auf der Webseite selbst.

Das geschieht in einem zum großen Teil geschlossenen Raum, für den sich jeder registrieren lassen muss, der mitlesen möchte. Bevor jemand Zugang zu diesen Fragen hat, muss ich ihn freischalten. Dann profitieren alle, die in meiner Wissensdatenbank registriert sind.

Darüber hinaus gibt es eine Möglichkeit, mit digitaler Unterstützung und per Video- und Sprachübertragung Online-Seminare zu halten, in denen Fragen und Antworten im Mittelpunkt stehen, und weniger die Vermittlung eines bestimmten Themas.

Doch auch das ist möglich, und von mir auch angedacht, einmal auszuprobieren.

onlinesupervisor.de – das Online-Tool für Psychotherapeuten

Aktuell ist onlinesupervisor.de aufgrund des hohen Zeit- und Arbeitsaufwands, den die Betreuung dieses Online-Projekts beansprucht hat, nur für bereits registrierte Nutzer zugänglich. Ob sich das in Zukunft noch einmal ändern wird, kann ich leider zur Zeit nicht absehen. Ich bitte um Ihr Verständnis.