Universitäre Psychologie auf der Couch – ein Tagungsbericht
Psychologie-Studierende fordern: Wir möchten den Menschen wieder in seinen Beziehungen betrachten, und nicht nur sein Verhalten in isolierten Situationen. Das lernen wir an der Universität nicht mehr. Welche Rolle die Psychoanalyse heute in der akademischen Psychologie noch spielt, und warum die Verhaltenstherapie an der Universität den Ton angibt: darüber diskutierten Studierende und Referenten auf der ersten Tagung der studentischen „IDPAU“ – Interessengemeinschaft der Psychoanalyse an Universitäten – am 27.April 2013 in an der Kölner Universität. Ein Tagungsbericht.
Gibt es das überhaupt: „die“ Psychoanalyse?
Das Gebäude der Psychoanalyse hat viele Flügel, An- und Umbauten. Der Pluralismus unterschiedlicher Schulen und Theorien ist oft verwirrend. Ganz anders der Trend in der Psychotherapie. Sogenannte integrative Verfahren liegen im Trend und wirken praxisorientiert. Doch brauchen wir ein psychotherapeutisches Multi-Tool? Welche Vor- und Nachteile hat die Vielfalt? Und wie finden Sie sich darin zurecht?
Zuhören statt kluger Ratschläge – oder: wie Nicht-Wissen kreative Entwicklung fördert
Viele Menschen, die einen Psychoanalytiker in einer Psychoanalyse oder Psychotherapie kennenlernen, berichten, wie wohltuend es ist, wenn jemand unvoreingenommen zuhört, ohne schnelle Antworten parat zu haben. Das sei jedoch zu Beginn manchmal befremdend und auch anstrengender. Wer seinen Patienten bzw. Klienten zuhört, ‚als wäre es das erste Mal‘, statt vorschnell zu wissen, was ihnen fehlt, fördert die Entwicklung eigener, kreativer Lösungen.
Psychoanalytiker (DPV/IPA, DGPT), Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, durch die Ärztekammer Nordrhein und das Landesprüfungsamt NRW akkreditierter Supervisor und Lehrtherapeut für analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie